100 Ways of Thinking

25.08.2018-04.11.2018
100 Ways of Thinking
Universität Zürich in der Kunsthalle
Eintritt frei
Week

Body: 

Förderer

Nils Pfändler in der Neuen Zürcher Zeitung, Teil 1 (100 Ways of Thinking); Nils Pfändler in der Neuen Zürcher Zeitung, Teil 2 (Davide Scaramuzza); Teil 3 (Farid Rezaeian) in der Neuen Zürcher Zeitung: Die moderne Kunst der ästhetischen Nasenrekonstruktion;

Das Progamm und Anmeldeformulare zu den Veranstaltungen von 100 Ways of Thinking finden Sie hier.

Ist Musizieren eine Form des Denkens? Braucht es zum Denken nicht mindestens zwei? Warum können Computer keine Witze erfinden? Wie funktioniert eigentlich das Denken und was ist, wenn es nicht mehr funktioniert? Lässt sich das Universum darstellen und welches Verhältnis hat die Forschung zum Bild? Ist Kunst mehr als ein bildgebendes Verfahren?

Diesen und anderen Fragen geht 100 Ways of Thinking nach, wenn vom 25. August bis 4. November die Universität Zürich in der Kunsthalle Zürich zu Gast ist. 100 Ways of Thinking ist eine Ausstellung, die gleichzeitig auch Vortragsaal ist, denn hier finden über 100 Vorträge und Tagungen, Seminare und Antrittsvorlesungen, Podien und Performances statt. Damit wird die Kunsthalle temporär zur Universität und befragt ihre Rolle, wie sie es bereits zuvor zum Beispiel als Kirche (Rob Pruitt: The Church), als Spielplatz (The Playground Project) oder als Theater (Theater der Überforderung) getan hat.

Alle Veranstaltungen im Rahmen von 100 Ways of Thinking sind öffentlich und kostenlos. Das Programm und Anmeldeformulare finden Sie hier.

Willkommen in der Universität Kunsthalle!

Mit Vorträgen, Performances, Kunstwerken, Visualisierungen, Tagungen und Workshops von

Yuri Albert, Roger Alberto, Eric Alms, Nils Althaus, Matthias Altmeyer, Inke Arns, Philipp Auchter, Christina Aus der Au, Damien Bachmann, Yannick Baldassare, Erika Balsom, Célia Baroux, Markus Baumgartner, Isabel Baur, Beatrice Beck Schimmer, Wolfgang Behr, Juliane Berger, Thomas Biedermann, Mirko Bischofberger, Claudia Bischoff, Susanna Blaser-Meier, Barbara Bleisch, Jana Bochet, Heiner Bollwein, Beat Bornhauser, Sophie Böttcher-Haberzeth, Christina Boyle, Christina Brandenberger, Christopher Braun, Nadja Braun-Binder, Silvia Brem, Elisabeth Bronfen, Peter Brugger, Nadia Brügger, Simone Bucher van Ligten, Andrea Büchler, Miriam Buchmann, Sarah Bütikofer, Rita Castro, Marcus Clauss, Seline Coraj, Nina Cornelius, Damian Cueni, David Czell, Alexander Damm-Reiser, Noemi Dannecker, Lorraine Daston, Adriana De Nicola, Philipp Denzel, Sarah Di Pietro, Michael Dillhyon, Caroline Dorn, Christa Dürscheid, Samuel Eberenz, Elisabeth Eberle, Valeria Eckhardt, Ulrike Ehlert, Martin Ehrbar, Daniel Engeler, Nicole Erichsen, Simon Etter, Martin Etzrodt, Meret Fehlmann, Georges Felten, Elena Ferrari, Filipa Ferreira, Serena Fiacco, Adrienne Fichter, Lukas Filli, Philipp Fleischmann, Sonja Flury, Regula Forster, Heiner Franzen, Jörg Frey, Laure Freydefont, Sandra Frimmel, Ulrich Frischknecht, Sascha Frühholz, Kathrin Füglister, Viktoria Furrer, Carla  Gabrí, Harald Gall, Elisa Ganser, Mariana Gasperini, Catherine Gebhard, Guido Gefter, Marta Gibert, Gianni Giger, Andreas Glaser, Sven Gohla, Michael Greeff, Stefan Groth, Nicolas Hächler, Raphael Hähni, Elisa Haller, Jean-Michel Hatt, Irene Hediger, Tobias Heilmann, Tobias Heinzelmann, Denise Helbling, Daniel Hellmann, Fritjof Helmchen, Luc Henry, Tanja Hess, Christian Hierholzer, Julian Hirt, Jürg Hodler, Markus Huppenbauer, Meret Husy, Dieter Imboden, Bruno Imthurn, Eliza Isabaeva, Lutz Jäncke, Halldór Janetzko, Jannes Jegminat, Nicole Jenzer, Sebastian Jessberger, Nicole Joller, Fanny Jones, Thomas Julier, Sophie Junge, Hiwa K, Thomas Kaiser, Pranitha Kamat, Megha Katyal, Lukas Keller, Oliver Keller, Stephanie Kernich, Sinan Kilic, Clare Killikelly, Andreas Kley, Isabelle Klusmann, Patrick Köck, Ines Kohler, Julian Kohler, Anne Kolb, Katrin Kolo, Kata Krasznahorkai, Janina Krepar, Félix Pierre Kuhn, Ekaterina Kurilova-Markarjan, Tim Lacker, Laura Maria Lang, Tatiana Latychevskaia, Sarah Lechmann, Mick Lehmann, Sune Lehmann, Reik Leiterer, Bigna Lenggenhager, Sibylle Leuthold, Elisabeth Liechti, Fabienne Liptay, Francisca Loetz, Vanessa Lorenzo, Gunter Lösel, Nastasia Louveau, Christine Lötscher, Thomas A. Lutz, Eleni Malama, Julien Martel, Bruno Martins, Kory Mathewson, Alexa McCallum, Laura Mernone, Dieter Mersch, Annemarie Mertens, Mariia Merzhvynska, Nathalie Meyer, Morana Mihaljević, Piotr Mikowski, Stefanie Mirwald, Rosy Mondardini, Ben Moore, Elisabeth Moser Opitz, Lea Mozzini, Beda Mühleisen, Jan Müller, Antonia Maria Susanne Müller, Ulrike Müller-Böker, Thomas Münzer, Lauriane Nallet Khosrofian, Albina Nowak-Wilhelm, Reto Nyffeler, Michelle Aimée Oesch, María Ordóñez, Dimitra Papadopoulou , Jeanne Peter, Jürgen Pfeffer, Cedric Plessiet, Dina Pomeranz, Stephan Porombka, Maike Powroznik, Lucas Prieto Gonzales-Posada, Thorsten Quandt, Peter Radelfinger, Lawrence Rajendran, Friederike Rass, Priyanka Ravikumar, Farid Razaeian, Brigitte Rechenberg, Sascha Reichstein, Gaia Restivo, Anton Rey, Christian Ritter, Marte Roel, Dino Rossi, Felix Rost, Mika Rottenberg, Ulrich Rudolph, Prasenjit Saha, Marcel Salathé, Sylvia Sasse, Mario F. Scaglioni, Davide Scaramuzza, Michael Schaepman, Mike S. Schäfer, Anne Scherer, Juanita Schläpfer, Martin Schläpfer, Konrad Schmid, Anja Schulthess, Fiacco Serena, Dimitrina Sevova, Naveen Shamsudhin, Roland Sigel, Stephan Skawran, Bettina Spoerri, Joachim Stadel, Christoph Steier, Raji C. Steineck, Esther Stoeckli, Meret Stöckli, Gabriele Stötzer, Jean-Daniel Strub, Daniel Christoph Sürder, Brigitte Tag, Stefan Tcherepnin, Philipp Theison, Pierre Thomé, Nika Timashkova, Tamar Tolcachier, Robert Torche, Manuel Trachsel, Johannes Trück, Ladina Tschander, Joaquin Urdinez, Marie Voignier, Michael von Rhein, Hartmut von Sass, Serge Vuille, Alexander F. Wagner, Laura Walde, Hannah Walter, Bernhard Wandernoth, Konrad Weber, Susanne Wegener, Stefan Weiler, Robert Weiss, Jasmin Winkler, Marcus Winter, Benno Wirz, Christine Jeanine Wittlin, David Yanagizawa-Drott, Laura Zachmann, Nicolas Zahn, Sandro Zanetti, Felix Zelder, Valentina Zingg, Artur Żmijewski

100 Ways of Thinking, also 100 Wege und Formen des Denkens, ist Wissensfestival Begegnungsstätte und ein Laboratorium für Forschung, Kunst und Lehre. Im Zentrum steht die Vielfalt der Wissensgebiete, was sie wie vermitteln und wie das Denken ohne Sprache und Bilder nicht auskommen kann – und nicht zu denken ist. Sei dies in Rechtswissenschaft, Musik, Medizin, Literatur, Ökonomie, Psychologie, Theologie und Kunst.

Welche Bilder macht die Wissenschaft und welche Bilder machen wir uns von der Wissenschaft? Welche Rolle spielt Technik und Ästhetik bei der Herstellung wissenschaftlicher oder künstlerischer Bilder? Wie beeinflusst die Darstellung das Verstehen? Wo klärt sie, wo manipuliert sie? Von diesen Fragen ist der Weg in die Kunst nicht weit.

Die Kunst hat immer wieder versucht, sich von zudienender Dekoration zu emanzipieren und sich als eigenes (und zuweilen eigenartiges) Wissensfeld zu etablieren. Strömungen wie Minimal Art, Konzeptkunst oder Land Art zeugen davon, aber auch der Impressionismus, der Surrealismus und sogar der Dadaismus mit seinem Versuch, vollständig sinnfrei zu sein. Dabei hat sich die Kunst bei anderen Disziplinen bedient: Psychologie, Geographie, Literatur, Philosophie, Phänomenologie usw. Das heisst, sie wollte und musste grenzüberschreitend und interdisziplinär vorgehen – mit all den Fragen, die sich dabei stellen. Somit erscheint die Verbindung zwischen Wissenschaft und Kunst als gegeben, das Verhältnis aber ist umstritten. Stehen Messung, Analyse und Erkenntnis gegen Ästhetik, Geschmack und Intuition – oder ist es nicht doch komplexer?

Neue technische Verfahren lassen die Forschung tiefer in die Zellstrukturen des Lebens blicken, wie beispielsweise in den Laboren der Hirnforscher Sebastian Jessberger und Fritjof Helmchen, oder weiter hinaus in den Weltraum, wie etwa die Astrophysiker Ben Moore, Joachim Stadel und Prasenjit Saha. Die Immunologin Nicole Joller verarbeitet die Messwerte von mehreren Millionen Zellen zu einem grossen Punkte-Diagramm, um auf einen Blick zu erkennen, welche Zellen sich durch eine Infektion verändert haben. Diese technischen Verfahren der Bildgebung und Visualisierung dienen nicht nur der wissenschaftlichen Erkenntnis, sie entwickeln auch, wie 100 Ways of Thinking zeigt, ein ästhetisches Eigenleben. Die Künstlerin Marie Voignier verweigert sich dagegen in ihrer Arbeit «Hearing the shape of a drum» der Ästhetisierung, um damit die Blindheit unserer bildersüchtigen Gesellschaft zu entlarven. Und die Slavistin Sylvia Sasse erforscht die subtilen Strategien, mit denen sich KünstlerInnen der permanenten Überwachung in totalitären Regimen widersetzen.

Die Augenbewegungen, die der Neurologe Konrad Weber mit seiner eigens entwickelten Kamera aufzeichnet, werden in der Zusammenarbeit mit der Künstlerin Elisabeth Eberle zu einer dadaistischen Performance. Artur Zmijewski hat während der letzten sechs Monate in seinem Seminar «How to Teach Art» mit Doktorierenden der Universität Zürich und der Zürcher Hochschule der Künste verschiedene Verfahren erprobt, um «aus Nichts Kunst zu machen». Die Resultate werden nun erstmals bei 100 Ways of Thinking gezeigt.

100 Ways of Thinking eröffnet somit ein Spielfeld. Es geht nicht darum, Antworten zu finden oder Denkformen zu definieren, sondern es ist eine Einladung zur gemeinsamen Diskussion. 250 Expertinnen und Experten kommen in die Kunsthalle, um ihr Wissen mit Ihnen zu teilen. 100 Ways of Thinking ist eine Einladung, dabei zu sein, sich einzubringen und diese Wege abzuschreiten ohne zu wissen, wohin sie führen. Nur in einem sind wir sicher, zum Denken braucht es mindestens zwei. 

Kuratiert von Daniel Baumann und Katharina Weikl

Ermöglicht durch die Stiftung Mercator Schweiz und realisiert durch den Graduate Campus der Universität Zürich und der Kunsthalle Zürich

Unser Programm für Die Lange Nacht der Zürcher Museen am Samstag, 1. September 2018

September

19 Mi

20 Do

23 So

Oktober

03 Mi

07 So

18 Do

28 So

31 Mi