Buba, 1930

Lange verschollen und aus der Filmgeschichte verbannt, ist Buba ein pionierhafter Dokumentarfilm über die abgelegene Bergregion Racha im nordwestlichen Georgien. Nutsa Gogoberidze war die erste georgische Filmemacherin überhaupt. Buba entstand in Zusammenarbeit mit dem avantgardistischen Maler David Kakabadze. Ursprünglich als Propagandafilm geplant, ist Buba ein aussergewöhnlicher Film hinsichtlich Lichtführung und Montage, der vom bitterarmen Leben in den Bergen zu Zeiten der Sowjetunion erzählt.

Nutsa Gogoberidze wurde in Saingilo, Georgien geboren und studierte an der Fakultät für Philosophie in Jena in Deutschland. 1927 realisierte sie mit nur 25 Jahren ihren ersten Dokumentarfilm Ihr Königreich (Mati Samepo) gemeinsam mit Mikheil Kalatozishvil, gefolgt von Buba in 1930. Ihr dritter Film Übellaunig (Uzhmuri) von 1934 war der überhaupt erste sowjetische Spielfilm, bei dem eine Frau Regie führte. Gogoberidze stand Filmemachern wie Alexander Dovzhenko, Sergei Eisenstein und Mikheil Kalatozishvili nahe.

In 1937 wurde Gogoberidze als «Mitglied der Familie eines Staatsfeindes» verhaftet und für zehn Jahr ins Exil geschickt. Ihre Filme wurden verboten. Nach ihrer Rückkehr war ihr die Arbeit beim Film verwehrt und sie arbeitete in Tbilisi am Institut für Linguistik. Ihr filmisches Werk wurde erst nach ihrem Tod 1966 wiederentdeckt.