Pauline Boudry/Renate Lorenz. Opaque, 2014

Zwei Performer sprechen, von einem Vorhang verdeckt, in der Ruine eines öffentlichen Schwimmbads. Sie behaupten, die Repräsentant/innen einer Untergrundorganisation zu sein. Weitere Besucher/innen gibt es nicht, der Ort scheint verlassen. Wenn der Vorhang schliesslich geöffnet wird, erscheint ein weiterer Vorhang. Dieser, mit Pink-Zebra-Muster, verknüpft die Kriegstechnologie des Camouflage mit der Stylishness von queeren Outfits und wird zum Hintergrund für einen Auftritt von dichtem farbigen Rauch. Der Rauch erinnert an Bombenabwürfe ebenso wie an Rauch-Signale bei einer politischen Kundgebung. Ein Text von Jean Genet thematisiert das Begehren nach dem Feind, und zwar einem erklärten, totalen und unterworfenen Feind, der «aussieht wie ich, sich kleidet wie ich und an meiner Stelle lebt».

Verwischen Rauch und Vorhänge die Grenze zwischen Freund und Feind, zwischen Selbst und Anderen? Und gewähren sie den Körpern, die sie umhüllen, das „Recht auf Opazität“ (Edouard Glissant), das Recht, sich der Transparenz zu entziehen?

 

aus:  Jean Genet, The Declared Enemy, Stanford University Press, Stanford 2004. 

aus: aus: Édouard Glissant, Poetics of Relation, The University of Michigan Press, Ann Arbor 1997. 

 

Super-16-mm / HD-Video,10 Min.

Performer: Ginger Brooks Takahashi, Werner Hirsch

Kamerafrau: Bernadette Paassen

Ton: Johanna Wienert

Set-Fotografin: Andrea Thal

Tongestaltung: Rashad Becker

Farbkorrektur: Matthias Behrens (Waveline)

Installationsansichten Kunsthalle Zürich, 2015 (Photos: Annik Wetter)