This Week in Zürich #12

Urban Zellweger, Karma International, bis 3. Oktober 2015

Beginnen wir mal mit dem Jüngsten – und Nächstem: Einen Katzensprung über die Limmat zeigt die Galerie Karma International neuste Werke des Zürcher Malers Urban Zellweger: Anthropomorphe Linien formen zwischenmenschliche Szenarien, der Arzt attestiert innere Schweinerei, schön schleimiges Getier dazwischen und nehmen Sie sich Zeit für „squat“, dem detailverliebten Tableau hausbesetzerischen Lebens und Fühlens (u.a.).

Fotos: Marc Asekhame

 

Marc Hunziker, Do You Think I'm Dressed? Because I'm Not, Taylor Macklin, bis 11. Oktober 2015

Cédric Eisenring und Thomas Sauter, Schlupfkluft, Taylor Macklin, bis 4. Oktober 2015

Im Umfeld des besetzten Koch-Areals in Zürich Altstetten lebt und arbeitet Marc Hunziker, z.B. im kollektiv betriebenen Ausstellungsraum UP STATE. DIY-Denken und -Handeln wird auch in seinen individuellen Werken GROSS geschrieben. Zu sehen – und hören – derzeit im Ausstellungsraum Taylor Macklin: in Do You Think I’m Dressed? Because I'm Not werden Abflussrohe zum Instrument, Störgeräusche zum Programm, Irrwege zum Ziel. Und daneben: noch mehr Irrwege! In Gelb und vom ebenfalls jungen Zürcher Cédric Eisenring; die Zwischenräume der gemeinsamen Schlupfkluft besetzt Thomas Sauter mit seinen abstrakten, teils mystisch wirkenden Gemälden. Get lost! 

 

THE VERDANT - Curated by Daniel Horn, Hacienda, bis 27. September 2015

Nach Belieben beginnen oder beenden – aber auf keinen Fall verpassen – sollten sie auf dieser Tour den wichtigen Zürcher Kunstraum Hacienda, der seine witzige Zwischennutzung des ehemaligen Kindergartens Haus zur Sul neben dem Grossmünster am Ende des Monats aufgeben muss. „Die Grünschnäbel“ könnte man den Titel The Verdants der von Daniel Horn kuratierten Gruppenausstellung übersetzen – „assistants or toons, the exemplars of the coming community“ gibt uns das Begleitblatt als möglichen Untertitel mit auf den Weg durch eine kurzweilige Vielfalt von oft neu produzierten Werken von jungen und mitteljungen Künstler/innen aus Berlin, Kairo, Wien, Ramallah, New York und Los Angeles, die die besonderen räumlichen Gegebenheiten mit Formen und Themen der Organizität, Tribalisierung und Avantgarde verschränken – Parameter der Gemeinschaft, die da kommt?

Julia Moritz