This Week in Zürich #55

Von Michael Mann

Diese Woche in Zürich endet mit der Eröffnung von Phyllida Barlows Ausstellung in der Kunsthalle Zürich.

Nachdem die Manifesta11 das Löwenbräu Gebäude bereits im September verlassen hat, bieten die Räumlichkeiten nun wieder dem Programm der Kunsthalle Zürich Platz.

Phyllida Barlow nutzt den zur Verfügung stehenden Platz denn auch konsequent und präsentiert im 2. Stock eine sperrige Skulptur die sich komplett über drei Räume ausbreitet. Diese Skulptur, eine zusammenhängende, jedoch in ihrer Erscheinung heterogene Konstruktion, besteht aus rohen Materialien wie Bauholzlatten, Montageschaum und Stoffen. Während man sich im inneren der Ausstellung vorsichtig, wie in einem unsicheren, provisorischen Bauwerk durch die Lücken der Skulptur bewegt, gibt das grosse Fenster beim Empfang den Blick auf die aktuelle Baustelle im obersten Stock des Löwenbraus frei. Dort werden nämlich gerade die Räume renoviert, weshalb dieser Teil des Gebäudes für Besucher eigentlich nicht zugänglich ist.

Der zweite Teil der Ausstellung nimmt direkten Bezug auf diese spezielle Situation. Eine Nebentreppe führt über den Notausgang in einen Raum im 3. Stock. Auf einer bühnenähnlichen Erhöhung stehend, lässt sich hier durch einige in die Wand eingelassene Löcher auf zerstörte Wandelemente und heruntergerissenes Isolationsmaterial blicken. Hinter diesen Löchern ist der Übergang von Barlows Arbeit zur Baustelle fliessend und der Betrachter ist dazu angehalten klassische Vorstellungen von Skulptur zu hinterfragen.