Barbara Bloom

31.03.1990-27.05.1990
Barbara Bloom
The Reign of Narcissism
Deutsch
Week

Die amerikanische Künstlerin Barbara Bloom konzentriert ihre künstlerische Arbeit auf akribisch angelegte Rauminszenierungen zwischen Konzept und aesthetischer Brillanz. Das Herzstück ihrer Zürcher Präsentation bildet die Installation "The Reign of Narcissism" (die Künstlerin verzichtet auf eine Übersetzung des Titels), die Teil war der in Los Angeles gezeigten Ausstellung "A Forest of Signs: Art in the Crisis of Representation", einem Überblick über Aneignungs- und Simulationsstrategien in der jüngeren amerikanischen Kunst.

Ein achteckiger Innenraum wird sozusagen als "Welt in der Welt" in die räumliche Struktur der Kunsthalle gefügt und entwirft in Dekor und Mobiliar die Atmosphäre eines klassizistischen Salons. Tönt bereits in der streng symmetrischen Anlage aller Verzierungs- und Möbelstücke das Motiv der Spiegelung an, weitet es sich zum Thema der narzisstischen Selbstbeziehung. Denn die historisierende Modellsituation wird detailreich durchwirkt von Barbara Blooms Selbstbespiegelungen; so erscheint beispielsweise ihr Konterfei auf in Italien gefertigten Kameen, als "Wasserzeichen" in Porzellantassen oder es webt sich in den Stoffbezug eines Empire-Sessels. Dabei treibt B. Bloom die formelhafte Idealität von Raum- und Selbstinszenierung solcherart auf die Spitze, dass sich der schöne Schein von Ordnung und persönlicher Identität als illusionäre Konstruktion und als skurrile Maskerade zeigt. Das Künstler ego wird nicht nur musealisiert, sondern auch ironisiert und löst sich ungreifbar in den facettenreichen Fakten auf, die sich im Katalogbuch – im eigentlichen Sinne als Führer durch die Installation angelegt – mit einer ausufernden Sammlung von bildhaften und literarischen Zitaten weiter vernetzen.

März

31 Sa