Kerstin Brätsch

Ugolino, 2011

Siebdruck, Metallstange, Magnete

138 x 85 cm

Mit Zertifikat

Auflage: 175 + 3 APs, 20 h.c.

Jahresgabe

Mit ihrer konzeptuellen Malereipraxis greift Brätsch Fragen der Präsentationsform, Distribution und Bedeutungszuschreibung von Bildern auf und thematisiert an das Genre geknüpfte Vor­stellungen von Authentizität und Produktionsfeldern. Grundlage der Arbeit Ugolino bildet das im Stil des Manierismus gehaltene Bildnis des Ugolino Martelli von Agnolo Bronzino aus dem Jahr 1536. Der florentinische Aristokrat ist darin in einem dunklen, gegürteten Gewand darge­stellt. In seiner linken Hand hält er ein Buch von Pietro Bembo, Kardinal und humanistischer Gelehrter des 16. Jahrhunderts, sein rechter Indexfinger zeigt auf eine aufgeschlagene Seite aus dem neunten Gesang von Homers Ilias.

 

Brätsch benutzt die Formensprache von Martellis Gemälde und bearbeitet sie digital, indem sie Ugolinos Kopf mit einer digitalen Holzkonstruktion versieht. Auf diese Weise vereint sie Kunst­geschichte mit zeitgenössischen, digitalen Möglichkeiten der Bildverarbeitung – Geschichte als Assemblage sozusagen.