Gilbert & George

22.02.2020-12.07.2020
Gilbert & George
THE GREAT EXHIBITION, 1971–2016
Deutsch
Week

Body: 

Verlängert bis zum 12. Juli 2020

Pressestimmen:
Eine Ausstellungsbesprechung von Dietrich Roeschmann in der Badische Zeitung; Christoph Heim im Tages-Anzeiger; Helen Lagger im Bieler Tagblatt; Ellinor Landmann im Gespräch mit Gilbert & George auf Radio SRF; ein Audiobericht von Christian Gampert für SWR2; ein Interview mit Gilbert & George von Urs Bühler in der NZZ; ein Gespräch zwischen Sven Behrisch und den Künstlern im Magazin; und Jörg Scheller redet mit den Künstlern in der Zeit

Heinrich Schmidt von Vernissage TV hat die Ausstellung dokumentiert.

Luma Westbau und die Kunsthalle Zürich zeigen eine umfangreiche Retrospektive zu 50 Jahren künstlerischer Zusammenarbeit von Gilbert & George.

Die Künstler Gilbert & George erschaffen seit nunmehr einem halben Jahrhundert Kunst. Dabei ist ein herausragendes Oeuvre entstanden, das bis heute von grosser Brisanz und wegweisender Bedeutung ist. Dies zeigt THE GREAT EXHIBITION, 1971–2016 nun auf umfassende Weise und ermöglicht damit einen einzigartigen Blick auf ihr bildgewaltiges, uferloses – und zeitweise provokantes – Universum. Die Ausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit Gilbert & George entstanden und sie werden zur Eröffnung am 21. Februar in Zürich auch anwesend sein. Damit kehren sie nach über 25 Jahren wieder in die Schweiz zurück, denn zuletzt war ihre Kunst 1992 in der Kunsthalle Zürich zu sehen (kuratiert von Bernhard Mendes Bürgi). Somit ist THE GREAT EXHIBITION, 1971–2016 auch ein Comeback, das es mit Stolz und Freude zu feiern gilt!

Seit sie einander an der Londoner Saint Martin's School of Art im Jahr 1967 kennengelernt haben, stellen Gilbert (*1943) und George (*1942) den künstlerischen Kanon in Frage. Gleichzeitig Subjekt und Objekt ihrer Arbeit, bilden sie eine vollkommene künstlerische Einheit. Ohne Wenn und Aber geben sich die Künstler der Kunst hin und hören nicht auf, sie mit harter Disziplin und endloser Phantasie ständig zu erweitern. Dadurch ist über die Jahrzehnte ein in jeder Hinsicht beeindruckendes Panorama von tausenden von Bildern entstanden. Sie fordern unser Weltbild heraus und erweisen sich immer wieder von Neuem als zukunftsweisend.

«Wir wollen, dass die Kunst das Intolerante aus dem Liberalen hervorholt. Und umgekehrt das Liberale aus dem Intoleranten hervorholt.» (Gilbert & George, 1966)

Die Kunst von Gilbert & George dreht sich um Tod, Hoffnung, Leben, Angst, Sex, Geld, Rasse und Religion. Es sind komplexe, widersprüchliche Themen, die sie auch so wiedergeben: fröhlich und zugleich tragisch, packend und erschreckend, grotesk und ernst, surreal und symbolisch. Über fünf Jahrzehnte ist so eine eindringliche Ikonografie entstanden, die alles furchtlos und ohne Kompromiss angeht – was manche Betrachterinnen und Betrachter vielleicht schockieren oder beunruhigen wird. Schockieren ist aber nicht ihr Ziel, im Gegenteil: sie wollen viel mehr «ent-schockieren» und hervorbringen, was in uns allen bereits angelegt ist. Es geht darum, sichtbar zu machen, was sich vor unseren Augen in dieser wunderbaren und gefährlichen Welt abspielt. Von Punks zu Hipstern, von Polizisten zu Aussenseitern, von Schlagzeilen bis Werbung, all das erforscht die Kunst von Gilbert & George mittels ihres «magischen» Blicks, ohne Scheu und Scham. Wie unermüdliche, grimmige und sture Wächter schreiben sie so an einer überbordenden Chronik voller Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

THE GREAT EXHIBITION, 1971-2016 versteht sich – wie die Künstler selbst – als demokratisch, verschwenderisch und extravagant. In enger Umarmung aller menschlicher Gefühle fordern Gilbert & George eine «Kunst für alle» und genau das zelebriert auch diese Ausstellung.

Gilbert & George: THE GREAT EXHIBITION, 1971–2016 wird von der Luma Foundation und dem Moderna Museet (Stockholm) in Zusammenarbeit mit Luma Westbau und der Kunsthalle Zürich organisiert. Kuratoren: Hans Ulrich Obrist und Daniel Birnbaum. 

Zur Ausstellung ist ein reich illustrierter Katalog mit neuen Interviews von Hans Ulrich Obrist und Daniel Birnbaum mit Gilbert & George erschienen. Jedes Interview steht dabei für ein Jahrzehnt. Die zweisprachige Ausgabe (französisch und englisch) wurde vom HENI Verlag publiziert.

Die bisherigen Stationen der Wanderausstellung Gilbert & George: THE GREAT EXHIBITION, 1971–2016 waren Luma Arles (Frankreich), das Moderna Museet (Stockholm) und Astrup Fearnley Museet (Oslo). Nach Zürich wird die Ausstellung im Reykjavik Art Museum zu sehen sein (6. Juni-20. September 2020).

Gilbert (*1943 in den Dolomiten, Italien) und George (*1942 in Devon, UK) leben und arbeiten in London. Sie haben gemeinsam an vielen wichtigen Gruppen- und Einzelausstellungen teilgenommen wie der 51. Internationalen Biennale von Venedig (2005), Turner Prize, London (1984), und Carnegie International, Pittsburgh (1985). Umfangreiche Einzelausstellungen in Institutionen wie Whitechapel Art Gallery, London (1971–72); Kunsthalle Zürich (1992); Secession Wien (1992); National Gallery, Beijing, und Shanghai Art Museum (1993); Stedelijk Museum, Amsterdam (1995–96); Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris (1998); Serpentine Gallery, London, und Kunsthaus Bregenz (2002); Kestnergesellschaft, Hannover (2004–05); Tate Modern, London und Haus der Kunst, München (2007); Brooklyn Museum of Art, New York, und Philadelphia Museum of Art (2008); CAC Malaga, Museum of Contemporary Art, Zagreb, und Palais des Beaux Arts, Brüssel (2010); Deichtorhallen, Hamburg, und Kunstmuseum Linz (2011); Laznia Centre for Contemporary Art Gdansk (2011–12) The Museum of Modern Art, New York (2015).