Löwenbräu Lebt!

24.11.2017, 19:30-23:45
Löwenbräu Lebt!
Performance Night
Deutsch
Week

Aussen Backstein, innen weiss auf weiss und glatt – wer ins Löwenbräuareal tritt, verliert sich in der Weite. Die harten Oberflächen, die kargen Räume und das luftige Treppenhaus rauben den Atem, sagen manche. Das schafft Möglichkeiten und diese sind der Anfang jeder Bewegung – ein Steilpass für ein Spiel, das nichts als Spuren hinterlässt.

Performance-KünstlerInnen und Gruppen bespielen die Zwischenräume des Löwenbräukunst-Areals – inspiriert von der Beschaffenheit dieser (Nicht-)Räume, vom Echo, der Leere und der Weite.

Kuratiert von: Michelle Akanji, Daniel Baumann, Lily-Pauline Koper (Kunsthalle Zürich) und Oliver Roth (Künstler)

Türöffnung & Bar: 19:30
Performances: 19:30 bis 23:00 
Bar mit DJ Raucher ab 22:30

Zeitplan

Eintritt: CHF 10 (cash only)

Mit

Danielle Freakley
Die australische Künstlerin Danielle Freakley versuchte in den letzten Jahren ihre Arbeit zwei grundsätzlichen Anforderungen auszusetzen: Sie sollen paraphysisch und erotisch sein. Das Paraphyische fragt danach, ob es in ihren Arbeiten einen unmöglichen Aspekt gibt. Der erotische Anspruch ist im Sinne von Audrey Lorde gemeint und fragt nach etwas Kreativem, Spirituellem und Unerkanntem. In diesem Sinne entziehen sich ihre Performances auch oft einer klaren Erkennbarkeit und durchdringen das Alltägliche und das Private. In ihrem Projekt The Quote Generator (2006-2010) hat sie während vier Jahren ausschliesslich in Zitaten gesprochen, in Tell Me (2017) spricht sie nun ausschliesslich aus, was ihr andere befehlen.  

(epepep) x Manila Institute: The Turtle
Mit Jiajia Zhang und Justin Caguiat

Die Performance sowie die ausgestellten Werke entstehen aus einer Kollaboration zwischen den Kunsträumen epepep in St. Gallen und Manila Institute in New York. Sie zeigen ein Re-Enactment des historischen Science-Fiction StücksThe Turtle. Es wurde in den 1970er Jahren von Yukio Ban und Miguel Hernandez geschrieben und erstmals vom berüchtigten Künstlerkollektiv CCLB (Ching Chong Latino Boys) aufgeführt. Die Gruppe aus San Francisco arbeitete mit afro-amerikanischen und asiatischen Künstlern, deren Performances und Happenings damals auf viel Widerstand trafen. 

Balz Isler: In&Outween
Schnipsel einer digitalen Bilderflut, multiple Stimmen aus dem Wild-World-Web vermischen sich in einem Prozess des Sammelns, Überlagerns und Neuordnens mit Balz Islers Stimme. Jede Performance ist eine neue Kombination seines unendlich erscheinenden Materials, eine neu erzählte Geschichte: In&Outween entwickelte Isler eigens für Löwenbräu Lebt!

Przemek Kamiński: Blue (ribbon dance)

Blue (ribbon dance) ist eine chromatische Choreografie – eine Choreografie, die von nur einer Farbe lebt. Farbe ist hier nicht nur Oberfläche, Zusatz oder gar Kosmetik, sondern ein Erlebnis. Oder vielleicht ist es doch nur ein blauer Traum, bei dem blaue Bewegung in den Raum strömt und durch ein blaues Band (blue ribbon) verlängert wird. Die Farbe steckt an, dringt in die Zellen unserer Körper und in alle Winkel des Raums

Micha's Amateur Theater Group: RapChoir
Mit Cédric Coomans, Erik Nevin, Guus Diepenmaat, Hektor Mamet, Leen De Graeve, Micha Goldberg, Paul Govaerts, Sophia Rodriguez & Thomas Proksch

Die Gesangsperformance RapChoir könnte als «Buffering» umschrieben werden: Der Moment, in dem ein Internet-Video am laden ist. Der Moment, in dem man sich über die langsame Wi-Fi-Verbindung beklagt, in dem die Gedanken abschweifen...

Colin Raynal: Wild Rumours
Wild rumours
Take the stairs
        I breathe in
              The walls whisper
                    The place sings
                           Screaming out
                                Echoes from the void
                                     Nobody take the stairs

Sabrina Röthlisberger: HairMax98
Mit Gaia und Guled

HairMax98 steht für Empowerment, Selbstbewusstsein und die Liebe zu sich selbst – indem die Haare zelebriert werden.
My hair, my crown! Haare sind Repräsentation, zeigen Herkunft und Wurzeln. In HairMax98 werden Wissen, Geschichten und Traditionen rund um Haare geteilt. Vor und nach zwei Haar-Performances können auch BesucherInnen neue Frisuren ausprobieren.

Juliette & Myriam Uzor: Dein Gang
Fast beiläufig erprobt die Performance die Grenzen des Gehens aus – und die Grenzen der Räume im Löwenbräu-Areal. Die Zwillingsschwestern Juliette und Myriam präzisieren die Gänge bis in die Zehenspitzen. Sie schlendern, tänzeln, defilieren, schreiten, hinken vom obersten Stock bis ganz nach unten. Können alle Gänge tänzerische Qualitäten bekommen? Es gibt unzählige Gangarten, die unsere Körper noch nicht kennen und noch nie gegangen sind. Ist es möglich, einige davon durch das Gehen selbst zum Vorschein kommen zu lassen? 

Laura Witzleben: Don't smoke under water
Mit Anna Fransen

Zwei Frauen, die auf fragile und zugleich kraftvolle Art, in einem körperlichem Equilibrium miteinander verbunden sind. Don’t smoke under water zeigt Aspekte menschlicher Beziehungen: Fragilität und Vertrauen, aber auch die unausweichliche Brutalität, die jede enge zwischenmenschliche Bindung mit sich bringt. 

DJ Raucher
DJ Raucher drückt Play und... Wenn es Spass macht läuft Noise, wenn flau, dann Hyperpop. Rumstehen, socializen, tanzen, shazamen, rauchen, trinken, alles ok.
Keine Garantie. Dafür ehrliche Sets. Stil: Indie-Major-Ergonomic-Hyper-Hip-Pop-Slow-Cross-Over-Dance-Trance
Herkunft: Download

 

 

Die Veranstaltung wird organisiert von der Kunsthalle Zürich mit grosszügiger Unterstützung von KADIST.

Danielle Freakley
Danielle Freakley war first selection Finalistin für den Arte Laguna Preis im Arsenale in Venedig und hat ihre Arbeiten in der Tate Modern, der PERFORMA Performance Art Biennale in New York, an verschiedenen Biennalen, Triennalen, nationalen Galerien,  Kunsträumen, Küchenböden, Skipisten, Aquarien, Themenparks, Stränden, Bahnhöfen, Toiletten und Gräbern gezeigt.

 

Micha’s Amateur Theater Group
Micha’s Amateur Theater Group (for professionals) wurde im Juli 2016 gegründet. Seither treffen sich Kunstschaffende aus Brüssel  für anderthalb Stunden pro Woche – wie Amateure – und nach dem Motto: Engage with pleasure! Der RapChoir trat bisher an Villa Empain, the New Space, Volksroom, K.A.K TV und am Bâtardfestival auf.

 

Balz Isler
Balz Isler lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und erhielt Stipendien von der Stadt Hamburg und dem Kunsthaus Essen. Zuletzt fanden seine Performances, die er teils allein, teils in Kollektiven realisiert, im Ludwig Forum Aachen; im MMK Frankfurt; im KIT Düsseldorf; im Art Basel Salon; im Musee Arleau und in der Galerie Wedding, Berlin statt.


 

Przemek Kamiński
Przemek Kamiński ist ein polnischer Performer und Choreograf und wohnt in Berlin. Er hat an der HZT Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin studiert. Kamiński war artist in residence im I.C.I./CCN in Montpellier und im Visegrad Artist Residency Program (art quarter budapest) und nahm an Forschungsprogrammen u.a. an der Zürcher Hochschule der Künste oder am Artists Research Laboratory (Fondazione Antonio Ratti, Como) teil.

 

印 (epepep) × Manila Institute
印 (epepep) veranstaltet regelmässig Ausstellungen, Screenings, Talks u.a. in St. Gallen und New York mit einem Blick auf Zentrum, Peripherie, Architektur, Domestizität und Ort.
Manila Institute ist ein soziales Forschungsprojekt, das Ausstellungen in Off-Spaces, Veranstaltungen und Publikationen organisiert. Das Headquarters befindet sich in Chinatown, New York.

 

Colin Raynal
Colin Raynal  lebt und arbeitet in Neuchâtel. Er studierte an der ECAV in Sierre and HEAD in Genf. Seine Sound-Werke wurden am Bone Festival, Bern, Der längste Tag im Kunstraum Walcheturm, Zürich, Musée des beaux-arts, La Chaux-de-Fonds, Haus der elektronischen Künste, Basel, Kunsthalle Luzern, Perform Perform, Bad Bonn Düdingen und anderen Orten gezeigt.

 

Sabrina Röthlisberger
Sabrina Röthlisberger lebt und arbeitet in Genf und Brüssel. Sie hat Fine Arts an der HEAD in Genf studiert und ist seit 2014 Teil der Gruppe LGG$B. Röthlisberger zeigte u.a. Einzelausstellungen an der Sprintfair Milano, im Upstate, Zürich und der MJ Gallery, Genf. Ihre Performances waren u.a. bei Deborah Bowmann, Brüssel, POPPOP, San José und in der MJ Gallery, Genf zu sehen.

 

Juliette & Myriam Uzor
Juliette Uzor studiert im BA Contemporary Dance an der Manufacture in Lausanne
. Myriam Uzor studiert Architektur an der ETH Zürich. Gemeinsam waren sie an der Klöntal Triennale, im Dynamo Zürich und in der Kunstgiesserei Sitterwerk St. Gallen zu sehen.

 

Laura Witzleben
Laura Witzleben hat Zeitgenössischen Tanz an der (ArteZ) in Arnhem studiert und ist als Tänzerin und Choreografin tätig. Die letzten Jahre tanzte sie u.a. für das Ballet di Roma, Station Zuid (Tilburg), Danswerkplaats Amsterdam, Dansateliers Rotterdam, und Staatstheater Darmstadt. Ihre Choreografien wurden u.a. am Solo/ Duo Festival in Köln, am Theater St. Gallen und der Oper Belgrad gezeigt.

 

DJ Raucher
DJ Raucher drückt Play und... Wenn es Spass macht läuft Noise, wenn flau, dann Hyperpop. Rumstehen, socializen, tanzen, shazamen, rauchen, trinken, alles ok.
Keine Garantie. Dafür ehrliche Sets. Stil: Indie-Major-Ergonomic-Hyper-Hip-Pop-Slow-Cross-Over-Dance-Trance
Herkunft: Download