Mission Statement Reversed – Review of the Seminar „Kunsthalle Studium Maximum“

at Kunsthalle Zürich, in collaboration with Zurich University of the Arts, February – June 2015

Following our seminar titled „Kunsthalle Studium Maximum“ conceived by Yannic Joray (Artist and occasional tour guide at Kunsthalle Zürich) and Julia Moritz (Curator of Theory & Programs Kunsthalle Zürich) together with Franziska Koch (Docent BFA Zurich University of the Arts), we asked the students to write a short summary of what happened, what they remember, what they have hoped to learn, what they did not, and what they would be curious about in the future. The below is a cut-up of replies.

Dear Julia & Yannic,

The «module» with the Kunsthalle Zürich was appropriate and interesting. The schedule was a good balance between regular, weekly meeting and event-specific meetings (openings, etc.) We have seen through the seminar this institution becoming more and more human-scaled and personified. Because the clear white walls, grey floors and the reputation of the Kunsthalle may impose a cold, professional, austere impression on the visitor. It was good to go through this facade and beyond, in the “private” areas, in Attila’s workshop, Daniel Baumann’s büro, in the rooms where people are working and smoking cigarettes. The terrace too. 

Mir verriet Yannic vor dem Toni-Areal, dass er zusammen mit Julia ein Modul über die Kunsthalle in der Kunsthalle Zürich anbieten wird: Es ging um Themen wie organisatorische Logiken, historische Entwicklungen, der Wechsel von Beatrix Ruf zu Daniel Baumann, finanzielle Strategien, kuratorische Verhältnisse und wie man saftige Pfirsiche isst während dem Unterricht ohne mit Schlürfgeräuschen alle zu stören. 

Julia und Yannic versuchten ständig mit kleinen kosmetischen Eingriffen angeregte Diskussionen zu schaffen; konkret erinnere ich mich an Verbote von Satzkonstruktionen mit „interessant“, die nichts aussagen, nicht einmal eine subjektive Reflektion bieten. Auch wenn dieses Beispiel banal sein mag, bleiben solche Banalitäten durchaus für zukünftige Kunstdiskurse oder generell Diskurse haften.

It was important to get a global (but precise) overview of the Kunsthalle’s origins, history and development. Indeed, this year is a turning point in the recent history of the museum. After the much applauded work of Beatrix Ruf, bringing the Kunsthalle Zürich to a high professional level and into an international scene, a new director, Daniel Baumann, has been selected to lead the art space. It implies a lot of changes, because those two people are working with a different style, other languages, ideas and interests.

I somehow liked the financial emphasis that occurred during the talks because it grounded the picture. As it can mean a reality check. As it is a structure that is ubiquitous but appears in completely different conditions. The differences of the conditions are something that I really checked from this seminar and all that while the children continuously transformed the appearance of the “children area” of the Kunsthalle, where we were sitting often during the meetings and on the table there were gestures of hospitality.

Ganz am Anfang wurden wir von unseren Dozenten über den Begriff „Kunsthalle“ aufgeklärt, zum Beispiel, dass Kunsthallen keine Sammlung haben.

The meetings with the artists were productive for both sides. They showed the responses of the artist and their expectation about the reactions on their art works from the visitors as well as our thoughts and emotions.

I was interested in the tactic that the artists used to present their ideas and explain their work in the context of the white cube display.

And talking with the artists also made me feel very special.

Die Aufführung von Flavio Merlo und Ben Rosenthal und die Eröffnung sind mir noch gut im Gedächtnis und haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Wobei ich nicht fand, dass diese Eröffnung sich extrem von bisherigen Eröffnungszeremonien unterschieden hat.

Beim Gespräch mit Flavio und Ben war es gut, dass wir das Konzept, dass sie eingereicht hatten, zu Gesicht bekamen. Das war sehr spannend, da es nicht nur Inhaltsanalyse, sondern auch Lebenslauf und das Geld, welches sie für die Umsetzung benötigen würden, beinhaltete.

Which was kind of awkward and interesting. I’m still impressed about the non-connection they say they have with their beautiful puppets.

We met Daniel Morgenthaler, curator at Helmhaus, a good comparison. Looking at another institution helps to understand better what a Kunsthalle really is.

An die vierte und fünfte Sitzung kann ich mich nicht sehr gut erinnern. Irgendwie vermische ich da eventuell auch einiges. Wir haben da mehr über die Institution erfahren. Eventuell ist liegt es auch zu weit zurück oder ich habe mich zu wenig konzentriert. Das ist eigentlich schade.

Ich glaube an dem Aspekt der Institution sollte man die Anpassungsfähigkeit hervorheben, welche mit dem Bruch einiger (auch subjektiveren) Konventionen zusammenhängt: Trotzig was die alten Geister einer Szene denken möchten, schreitet man der nächsten Herausforderung entgegen und vergisst dabei die wichtigsten Fragmente seiner Wurzeln nicht. So in etwa könnte man auch den heutigen/zukünftigen Charakter der Kunsthalle beschreiben, welcher sich sicherlich noch in einigen Fragmenten manifestieren wird.

It hit me that organizing an institution like this is pretty much a serious business of collecting the funds and so on.

Daniel Baumann erklärte uns auch, dass er nie „Open Calls“ machen würde, sondern die Künstler im Voraus selber wählt und dann anfragt.

Thomas Müllenbach und Attila Panczel führten uns durch die Werkstätte und den Keller der Kunsthalle, wo wir dann vor allem die Problematik der nicht vorhandenen Lagerungsräume für Material diskutierten.

Ein weiteres Mal kam John Beeson zu Besuch, der Curatorial Advisor der Manifesta 2016, die in Zürich stattfinden wird. Er ist eigentlich Kunstkritiker aber hilft dem Kurator Christian Jankowski die Manifesta 2016 mit zu gestalten. Er erzählte uns, dass die Manifesta eine Art Biennale sei, mit dem Unterschied, dass sie jedes Mal an einem anderen Ort stattfinden würde.

Wir Studierende konnten selbst auch einen Gast auswählen und die Wahl fiel auf Pauline Boudry, da sie die nächste Show in der Kunsthalle machen wird. Sie erzählte uns, dass die Filmproduktion so teuer sei, dass sie höchstens 1-2 Filme pro Jahr aufnehmen könnten. Deshalb dachte das Duo zuerst, dass sie in der Kunsthalle im August nur alte Werke zeigen würden. Da sie jedoch auch gleich in der Kunsthalle Wien für eine Ausstellung eingeladen wurden, reichte es doch um einen neuen Film zu machen.

Sometimes it’s hard to participate in discussion about something if you don’t have enough knowledge, but for myself I can say I felt comfortable in expressing my opinions or curiosity in the class without feeling awkward or stupid.

Sometimes the art world reminds me a lot of the “Isebähnlervereine,” like many references happen in between the members of this cosmos which is heavily loaded with signs and codes. This cosmos then creates really interesting but also – like in actually/hopefully every case – somehow weird forms of subjectivities.

Meine Mutter sagte immer: „Wenn du nichts Schlaues zu sagen hast, dann sag lieber nichts.“ – Ein guter Rat. Denn ich habe gemerkt, dass ich, wenn ich irgendwas erfinden muss, nur damit etwas gesagt ist, ich sowieso nur Müll labere. Ich bin überzeugt davon, wenn man jedem die Freiheit lässt etwas zu kommentieren oder eben nicht zu kommentieren, kommen viel repräsentativere Feedbacks.

Beim letzten Meeting haben wir ja zusammen schon ein Fazit gezogen. Dieses kann ich hier in eigenen Worten wiedergeben:

- Es war äusserst unangenehm, dass Julia mit der Peitsche uns in Fragerunden die Kleider vom Leibe riss.

- Es war schlau von euch, die Studierenden in der letzten Sitzung zu verpflichten immer zuerst etwas Negatives, dann etwas Positives zu sagen.

- Es war gesund, dass für einen Tag der Woche niemand unter Vitaminmangel litt, weil immer Früchte auf dem Tisch rumstanden.

- Hätten wir uns mehr auf das Kommende als auf das Vergangene konzentriert (preperation), wäre vielleicht für alle noch mehr herausgesprungen.

 

Maria Bänziger, Karolin Brägger, Robyn Brennan, Rina von Burg, Marc Hunziker, Nicola Kazimir, Lara Özdogan, Philémon Otth, SungHa Park, Mia Spindler, Joanna Szylo, Alexandra Wohlwend

 

P.S. Sorry again for giving in this so late.

Julia Moritz
01.07.2015