Philip Matesic: Theory Tuesdays

Philip Matesic: Theory Tuesdays
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Im Frühjahr 2018 ist Philip Matesic wieder mit seinen Theory Tuesdays in der Kunsthalle Zürich zu Gast.

Seine künstlerische Praxis beschreibt Matesic folgendermassen:

Seit der ersten Stunde im Oktober 2009 folgt Theory Tuesdays einem einfachen Motto: «Each One, Teach One» – Jeder kann jedem etwas beibringen. Dieses Sprichwort, besonders in seinem kritischen, emanzipatorischen und gemeinschaftsstiftenden Charakter, versinnbildlicht meine Motivationen und Absichten als Künstler. Jede Person hat eine Geschichte zu erzählen, besitzt praktisches Wissen oder intellektuelle Interessen, die er mit anderen in einem offenen Rahmen, einer Austauschplattform teilen kann. Das vorhandene Wissen, bzw. die vorhandenen praktischen Fähigkeiten werden zum künstlerischen Material, das im Teilen und der daraus entstehenden Transformation eine dem Leben besonders nahe, ästhetische Form, eine Ästhetik des Sozialen erzeugt.

Diese Ästhetik des Sozialen wird während Theory Tuesdays immer wieder neu definiert und ausgelotet. Wöchentlich bereitet ein jeweils anderer TeilnehmerIn die anstehende Sitzung vor. Die Teilnehmenden lesen im Voraus und diskutiert dann gemeinsam einen Text. 

Theory Tuesdays folgen einer horizontal angelegten Form der Vermittlung und des Austausches. Vorstellungen von Hierarchie und einem Wissensgefälle zwischen denen, die das Wissen besitzen und denen, die nicht Teil dieses Wissensschatzes sind, sollen aktiv aufgehoben werden. Texte werden so vorgestellt, dass die TeilnehmerInnen sich nicht vom «Experten» im Raum eingeschüchtert fühlen. Im Gegenteil: Die gemeinsamen Sitzungen geben Raum für einen offenen Dialog, in dem das Vermitteln und der Gedankenaustausch zusammenfallen.

Die Organisation der Theory Tuesdays beginnt jeweils mit einer halbjährlich stattfindenden Sitzung, in der Vorschläge präsentiert, besprochen und ein Kalender gemeinsam erstellt wird. Sowohl beim Planungstreffen als auch bei den jeweiligen Sitzungen besteht meine Aufgabe insbesondere darin, vermittelnd aufzutreten und eine Balance zwischen den individuellen Präsentationen und den sich entwickelnden Interessen der Gemeinschaft zu ermöglichen.

Theory Tuesdays soll einen Dialog mit theoretischen Texten und mit in der Kunstwelt angesiedelten Themen ermöglichen, ohne dabei auf ein institutionell etabliertes oder akademisches Format zurückgreifen zu müssen. Bei Theory Tuesdays geht es weniger um meine eigene Autorschaft, da ich diese abtrete und mit den Anwesenden teile für die Schaffung einer vorübergehenden Gemeinschaft. Die Diskussionen sind meist eine Mischung aus Wissen und Nicht-Wissen sowie aus kritisch-spielerischem Denken – jeder kann jedem etwas beibringen. Da die Formate öffentlich und kostenfrei sind und auch die Vortragenden wöchentlich zirkulieren, kann jederzeit und ohne Voranmeldung an den Sitzungen teilgenommen werden.

Alle 185 bisherigen Runden wurden in der Stadt Zürich durchgeführt. Ich startete 2009 bis 2014 im Corner College, um schliesslich für das Jahr 2015 in den Counter Space zu wechseln. Seit Januar 2016 findet das Format in den Ausstellungsräumlichkeiten des Möbelherstellers Reseda im Lochergut statt.

-Philip Matesic / theorytuesdays.com

Philip Matesic (1983) ist ein amerikanischer Künstler mit Wohnsitz in Zürich seit 2009. Seit 2014 ist er Assistent im Master of Fine Arts der Zürcher Hochschule der Künste. Seinen Master of Fine Arts in Studio Arts (mit Schwerpunkt in Social Practice) erwarb er an der University of Illinois, Chicago in 2008. Sein Arbeitsfeld umfasst urbane Interventionen, Konversationen und Wissensaustausch als künstlerisches Mittel. Zu seinen kontinuierlich künstlerischen Aktivitäten gehört die fortlaufende Organisation und Koordination von „Each One, Teach One“ Plattformen in Zürich, z.B. Theory Tuesdays (seit 2009) und Practical Fridays (seit 2013).

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