Tag: Reading Rämistrasse

08.10.2021

Reading Rämistrasse #66: Leila Peacock on Lena Maria Thuring at Coalmine Raum für Fotografie

In 2017 a landmark act of parliament was passed in New Zealand to recognise the Whanganui River as an independent entity granting it legal personhood. Indigenous guardians were appointed to act and speak on behalf of the river and enforce those rights, in particular its right to flow uninhibited into the sea. It is one of those inventive legal manoeuvres whereby ancient fictions are brought to bear on modern desecration, but it also feels like a good context in which to understand Lena Maria Thüring’s latest work Liquid Connections in which the protagonist is water.

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08.10.2021

Reading Rämistrasse #65: Mateo Chacon-Pino on Camp Fires at Last Tango, Tanzhaus Zürich & Shedhalle

Have you ever paid attention to what makes an exhibition an exhibition? Often, exhibitions seem to be little more than a coincidental gathering of similar artworks within the same space, more McGuffin than discursive engine. An installation in the centre, paintings and drawings on the wall, a performance during the opening, a video hidden in the backroom, and, if they dare to, some archival material laid out in a vitrine are sufficient for someone to call themselves a curator. Which is fine, it might be enough to develop a career in galleries and off-spaces. And it gives you another reason to get out of your sweatpants, dress up and parade into another performative gathering of the «scene», be seen and call it labour.

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14.09.2021

Reading Rämistrasse #64: Damian Christinger zu Esther Mathis in der Binz 39

Wie erzeugt sich genau die richtige Stimmung an einem Filmset? Vielleicht Abenddämmerung um 18:15 Uhr im Oktober, in einer mitteleuropäischen Stadt? Wie zeigt man Kunst in einem Museum, so dass sich sowohl Malerei des 18. Jahrhunderts als auch ein Foto von Nan Goldin gleichermassen ausgeleuchtet fühlen? Wir erinnern uns: am Anfang war das Licht. Fiat Lux. 

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09.09.2021

Reading Rämistrasse #63: Giulia Bernardi zu «Zitronen und Zement – Vom Material zur Skulptur» im Atelier Hermann Haller

Der Boden knarrt unter den Füssen, der Blick wird vom leuchtenden Bildschirm angezogen, von steinernen Köpfen und Körpern, die sich darauf manifestieren, kommen und gehen. Und wir gehen mit ihnen, tauchen ein, erkunden das Material, das zu Skulpturen geformt wurde, zu grossen und kleinen Frauenkörpern, gehen nahe ran, so nahe, dass wir den Überblick verlieren, das Material zu einer kargen Berglandschaft, zu einem Feld aus Asphalt wird.

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27.07.2021

Reading Rämistrasse #61: Aoife Rosenmeyer on Kyle Dunn at Galerie Maria Bernheim

Kyle Dunn’s paintings glow like embers, and thus I first saw them through the gallery window, warming yet another disappointing evening. Context is everything – if we Zürchers are longing for a hot orange sunset, the saturated colour through the window in The Santa Anas, 2021, augurs ill; the work is named after the winds that carry fire through tinder-dry California.

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20.07.2021

Reading Rämistrasse #60: Viktor Hömpler zu Pascale Birchler im Projektraum der Galerie Peter Kilchmann

Mit dem Titel ihrer Ausstellung im Projektraum der Galerie Peter Kilchmann führt Pascale Birchler eine der literarischen Schwergewichtsreferenzen schlechthin ins Feld: Der Rest ist Schweigen zitiert Prinz Hamlets letzte Worte vor seinem Tod in Shakespeares gleichnamiger Tragödie und lädt die erste Präsentation der Künstlerin in der Galerie bedeutungsvoll auf. Durch den Durchgang von den Haupträumen zum kleinen Projektraum sind zwei menschliche Figuren zu sehen. Die eine steht als Skulptur aus Keramik vor uns, die andere sitzt in einer grossformatigen Aquarellzeichnung am Boden einer kargen Höhle. 

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19.07.2021

Reading Rämistrasse #59: Leonora Kugler zu Urs Lüthi bei Windhager von Kaenel

(Ein paar Wochen später hat AJ einen weiteren Text zur selben Ausstellung geschrieben.)

Bilder eines alten weissen Mannes. Er weint. Da hat er auch allen Grund zu, denkt man sich. Schliesslich werden alte weisse Männer gerade abgeschafft. Doch Urs Lüthi porträtierte sich schon in frühen Arbeiten wie Lüthi weint auch für Sie, 1970, Selfportrait with Boa, 1970, oder I’ll be your mirror, 1970, auf eine für die damalige Schweizer Kunstszene ungewohnte Weise.

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16.07.2021

Reading Rämistrasse #58: Mateo Chacon-Pino zu On Photography beim VFO

Das Besondere an der Kunst ist doch, dass sie, in Anlehnung an Ellen Dissanayake, etwas besonders macht. Die Kunst rettet unser Primatenhirn davor, vom unendlichen Rauschen der Natur und des Universums überfordert zu werden. Durch Gesang, Tanz, Zeichnung und Malerei, etc. machen wir dieses und jenes der Welt besonders und unterscheiden dadurch was Teil unserer (Um-)Welt ist und was nicht. Mein Heim erkenne ich am Üetliberg und See, der peinlichen Kunst im öffentlichen Raum und meinen Lieblingsvasen und -büchern, Pflanzen und Kunstwerke, die ich in meiner Wohnung ausstelle. Sie sind nicht so sehr Ausdruck meines Selbst, sondern viel mehr Marker des Ortes, wo ich mich situiere und orientiere; sie machen mein Heim besonders.

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