Trajal Harrell

01.04.2020-10.05.2020
Trajal Harrell
Deutsch
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Kunsthalle Zürich präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus Zürich drei Aufführungen von Trajal Harrell

The Shop (2019), Dancer of the Year (2018) und The Deathbed of Katherine Dunham (2020): Uraufführung 1. April 2020, Kunsthalle Zürich

Die drei Stücke werden alle in der Kunsthalle Zürich aufgeführt. The Shop ist durchgehend zu den normalen Öffnungszeiten zu sehen. Tickets, Daten und Zeiten von Dancer of the Year und The Deathbed of Katherine Dunham sind hier zu entnehmen https://neu.schauspielhaus.ch/en/

«Was wäre passiert, wenn 1963 jemand von der Voguing Ballroom Szene in Harlem nach downtown gefahren wäre, um dort zusammen mit den frühen postmodernen Tänzerinnen und Tänzer der Judson Church zu performen?» (Trajal Harrell)

Trajal Harrell wurde mit Twenty Looks or Paris is Burning at The Judson Church bekannt. In dieser Serie von Performances stellte er die Tradition des Voguings neben den frühen postmodernen Tanz, wie ihn das Judson Dance Theater zur gleichen Zeit im Greenwich Village entwickelt hatte. In seinen Aufführungen spekuliert Harrell immer wieder mit der Frage von «Was wäre, wenn…?». Dies erlaubt ihm, Geschichte und Tradition des Tanzes neu zu denken und umzudeuten. Er gehört heute zu den einflussreichsten TänzerInnen und ChoreographInnen seiner Generation.

Dancer of the Year

Ausgangspunkt von Dancer of the Year ist Harrells Auszeichnung zum «Tänzer des Jahres» 2018 durch die deutsche Zeitschrift Tanz. Die Performance besteht aus einem Tanzsolo, in welchem Harrell Repräsentation, Ehrung und Selbstdarstellung hinterfragt. In welchem Verhältnis stehen diese zum Tanz allgemein und im Speziellen zu ihm persönlich? Dancer of the Year ist eine Selbstbefragung und öffnet gleichzeitig einen Raum für eine alternative Tanzgeschichte. Dancer of the Year ist Teil von The Shop und wird abends aufgeführt. Tickets, Daten und Zeiten finden Sie hier: https://neu.schauspielhaus.ch/de

The Shop

In The Shop verkauft Harrell Gegenstände aus seinem persönlichen Besitz und dem seiner Familie. Mit diesen Objekten stellt er die Frage nach Herkunft, Erinnerung und Erbe in den Raum, nach Wert, Verkäuflichkeit und Kunst, aber auch – als performative Schau – nach Tanz, Theater und Ausstellung. The Shop ist Teil von Harrells Ausstellung in der Kunsthalle Zürich und ist zu den gewohnten Öffnungszeiten zugänglich. Jeweils ab 12 Uhr mittags wird The Shop zudem durch Harrell oder durch ein Mitglied des Ensembles des Schauspielhaus Zürich aktiviert.

The Deathbed of Katherine Dunham, Uraufführung am 1. April 2020 ab 19:00 in der Kunsthalle Zürich (letzter Einlass 20:30, Tickets hier: https://neu.schauspielhaus.ch/de)

Seine gross angelegte Trilogie Porca Miseria bringt drei Frauen der Literatur- und Zeitgeschichte zusammen, die verachtet und angegriffen wurden und die in einer eigenwilligen Mischung aus Stolz und Kampfgeist den heftigen Angriffen Paroli boten. Es sind dies Medea, die Ausgestossene und Mörderin der eigenen Kinder, Maggie, die unnahbare und explosive Protagonistin aus Tennessee Williams’ Katze auf dem heissen Blechdach sowie schliesslich die afroamerikanische Choreografin Katherine Dunham. Letztere war nicht nur die Lehrerin von Eartha Kitt, James Dean und Marlon Brando, sondern auch eine Bürgerrechtsaktivistin, die für die Rechte von Flüchtlingen in den Hungerstreik trat. Als Katherine Dunham im Jahr 2006 in New York im Sterben lag, besuchte Trajal Harrell sie an ihrem Sterbebett. Aus dieser ersten und letzten Begegnung sowie aus den Fragen, die Harrell bei dieser Gelegenheit versäumt hatte zu stellen, wird er nun eine Tanz-Performance-Installation für die Kunsthalle Zürich entwickeln. The Deathbed of Katherine Dunham wird als letzter Teil von Porca Miseria entstehen und wird nach der Weltpremiere in Zürich zusammen mit O Medea, das am Onassis Cultural Center in Athen seine Premiere feierte, und mit Maggie the Cat, das am Manchester International Festival uraufgeführt wird, um die Welt reisen.

Trajal Harrells Arbeit wurde an zahlreichen Theatern und Festivals gezeigt, u.a. in The Kitchen (New York), Walker Arts Center (Minneapolis), Festival d’Automne (Paris), Festival d’Avignon und am Panorama Festival (Rio de Janeiro). Seine Performances wurden auch im Kontext der bildenden Kunst aufgeführt, so u.a. im MoMA und MoMA PS1 (New York), an der Perfoma Biennial, in der Fondation Cartier (Paris), im The New Museum (New York), im Stedelijk Museum (Amsterdam), im Serralves Museum (Porto), im The Barbican Centre (London), im Centre Pompidou Metz (Paris) und im ICA Boston.