Kinder spielen überall!

Kinder spielen überall. Aber ist ihr Spiel auch überall erwünscht? Was geschieht im Spiel genau?  Und wie setzen die Kinder Gegenstände und die zur Verfügung stehenden Räume für ihr Spiel ein? Diese Fragen und weitere mehr standen im Mittelpunkt eines Ausbildungsmoduls der Pädagogischen Hochschule Zürich. Studierende der Kindergarten- und Unterstufe beobachteten Kinder beim Spielen; auf Spielplätzen, in Bahnhöfen, Einkaufszentren, aber auch im Kindergarten. 

Eine Gruppe beispielsweise beobachtete detailliert wie unterschiedliche Gegenstände auf Spielplätzen (um-)genutzt werden: Kinder spielen nie ohne Zeug! Alles wird im Spiel eingesetzt und phantasievoll umgewandelt, seien es Bälle, Rollmaterialien, Kieselsteine, Blätter oder Äste. Letztere werden zu Steckenpferden oder zu Star Wars Leuchtschwertern. Aber auch fix installierte Spielplatzeinrichtungen nutzen die Kinder und werden häufig von ihnen uminterpretiert. Klettergerüste werden so zu Burgen, Schaukeln zu Raumschiffen, ... 

Kinder, so zeigten die Untersuchungen der Studierenden, spielen überall – unabhängig davon, ob ihr Spiel erwünscht ist oder nicht. Spielen befreit von Langeweile und entführt in eine andere Welt.

Anja Sieber Egger, Pascale Herzig

Bilder aus: Eberhard Fiebig: kind kaputt. ein pamphlet, verlag andreas achenbach, lollar über giessen, 1974.