Auf der Spur

31.10.1998-27.12.1998
Auf der Spur
Kunst der 90er Jahre im Spiegel von Schweizer Sammlungen
German
Week

Kunsthalle Zürich
Limmatstrasse 270
CH-8005 Zürich

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Kunst der 90er Jahre im Spiegel von Schweizer Sammlungen

Macht es sich die Kunsthalle mehrheitlich zum Ziel, in der Schweiz noch unvertraute künstlerische Positionen überhaupt bekanntzumachen und markant darzulegen, hat dieses Ausstellungsprojekt eine andere Ausgangslage. Im Zentrum steht die Spurensuche und -sicherung, was in Schweizer Sammlungen bereits an unmittelbar aktueller Kunst auf hohem Niveau Eingang gefunden hat, wie es sich heute in der Schweiz mit der Offenheit von Sammlern gegenüber den neuesten internationalen Kunsttendenzen verhält.

Schwergewichtig werden jüngere Künstler gezeigt, die bereits das Kunstgeschehen geprägt haben oder ein Versprechen für die Zukunft darstellen. In einer eher dichten Accrochage zwischen Analogie und Widerspruch kommen sowohl die pluralistische Spannweite heutigen Kunstschaffens zum Ausdruck, als auch die verschiedensten Medien zum Zug - Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video, Skulptur und Installation. Anhand von rund 100 Leihgaben aus grossen, aber auch kleinen Sammlungen von Privaten, Stiftungen und Firmen wird versucht, ein zwar fragmentarisches, aber stimmungsvolles Panorama der Kunst der neunziger Jahre zu entwerfen. Auf Werke aus öffentlichen Museen wurde bewusst verzichtet.

Fanden dieses Jahr anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Schweizerischen Bundesstaates mehrere Präsentationen von klassischen Privatkollektionen der Schweiz in diversen Kunstmuseen statt, würdigt auch dieses Ausstellungsprojekt das hiesige private Engagement für die Kunst. Es stellt aber nicht eine einzelne Sammlerpersönlichkeit in den Mittelpunkt, sondern das kollektive Potential verschiedenster Sammlungstätigkeiten und -leidenschaften. Die Konzentration liegt auf einer Momentaufnahme und auf der Frage, ob der Mythos, der durch die Vergangenheit genährt und insbesondere im Ausland hochgehalten wird, noch Wahrheitsgehalt hat, dass sich nämlich gerade in der Schweiz private Sammler frühzeitig und in herausragender Weise dem Sammeln zeitgenössischer Kunst verschreiben.

Bestimmte Werkkonstellationen und -konfrontationen prägen die einzelnen Ausstellungsräume, ohne jedoch einer didaktischen Aufbereitung der vielverzweigten Bezüge und Beziehungen Folge zu leisten. Im Vordergrund stand, mit den gegebenen Möglichkeiten eine offene Ausstellungsform zu finden, in der sich jeder Betrachter frei bewegen, seinen eigenen Assoziationen und Reflexionen nachgehen kann. Es waren inhaltliche Kriterien, die jeweils den Gradmesser der Auswahl bildeten und weniger, eine ausgewogene Berücksichtigung möglichst vieler Sammlungen oder gar eine Inventur des zeitgenössischen Sammlens zu erreichen. Zu erwähnen ist jedoch, dass noch ein breites Spektrum an weiteren Leihgebern und Künstlern vorhanden wäre, und es kann das Fazit gezogen werden, dass die Spurensuche in unterschiedlichsten Schweizer Sammlungen eine erstaunliche Fülle an zeitgenössischer Kunst zutagegefördert hat, die nun auf exemplarische Weise dargelegt wird.